Montag, 4. Juni 2012

Holzbibliothek oder Xylothek

Erst  einmal möchte ich mich bei Euch, meine lieben LeserInnen für die lange Abwesenheit im Blog entschuldigen. Diese hat einen gesundheitlichen Grund. Zwar ist noch lange nicht alles überstanden, doch möchte ich Euch heute zu einem Besuch im Naturhistorischen Museum in Frauenfeld mitnehmen, zu einer Sonderausstellung ‘Holzbibliothek’, die nun bis Ende Jahr verlängert wird.

Erst ein paar Bilder zum Thema:

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Wie für Pflanzen das Herbarium, entstanden für Baum- und Straucharten später im 18. Jahrhundert die Holzbibliotheken oder Xylotheken (griech. xylos Holz)

Die Buchdeckel bestehen aus einem Rund-, bzw. Längsschnitt des Stamms, der Buchrücken aus einen aufgeschnittenen Astteil. Die Teile werden von kleinen Lederbänchen zusammengehalten. Für die Sträucher hat man die Holzteile zusammengeleimt.

Auf der Innenseite des Buchrückens wurde ein kleines Fach ausgehölt, das mit einem passenden Deckel geschlossen werden kann, Dort versorgte man die Samen.In den Buchdeckeln fanden getrocknetes Laub, Blüten, Früchte Rindenteile, Holzschwämme und Schädlinge Platz. Oft findet man Auskünfte über den jeweiligen Baum oder Strauch, über den Nutzen des Holzes, dessen Eignung und den bevorzugten Standort.

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Die Schildbachsche Holzbibliothek im Ottoneum in Kassel wurde zwischen 1771 und 1799 von Carl Schildbach erstellt und beinhaltet 530 Bände. Sie gilt als die erste überhaupt und ist unübertroffen in Details und Umfang.

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Mit den herzlichsten Grüssen

Margrith